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Zwangsstörung

Verhalte ich mich normal? Was sind Zwangsstörungen überhaupt und wie zeichnen sie sich aus? Erfahren Sie hier mehr.


Was ist eine Zwangsstörung?

Händewaschen, Ordnung halten oder ein Hang zur Kontrolle – für uns Menschen ganz normale Handlungen des Alltags. Die Grenze von normal bis zum Zwang verläuft hier fließend und wird häufig nicht bemerkt, bis solche Zwänge betroffene Personen im alltäglichen Leben erheblich einschränken.

Charakteristisch für eine Zwangsstörung ist das Bedürfnis nach wiederholter Kontrolle, die so stark ausgeprägt ist, dass sie nicht unterdrückt werden kann. Betroffene kontrollieren mehrmals hintereinander, ob sie beispielsweise die Tür hinter sich verschlossen haben. Zwangsgedanken treten meistens in Kombination mit wiederkehrenden Zwangshandlungen auf.


Es gibt unterschiedliche Ausprägungen der Zwangsstörung:


•    Reinigungs- und Waschzwänge

•    Kontrollzwänge

•    Wiederhol- und Zählzwänge

•    Sammelzwänge

•    Ordnungszwänge

•    Zwangsgedanken

•    Zwanghafte Langsamkeit



Jemand zieht sich Handschuhe zum Reinigen an.

nach Farben geordnet, sortiert






Wie entsteht eine Zwangsstörung?

Die genaue Ursache von Zwangsstörungen ist bisher nicht erforscht, wobei man weiß, dass erbliche Veranlagungen zusammen mit psychologischen und biologischen Faktoren Auslöser für eine Erkrankung sein können. Mögliches Ungleichgewicht von Botenstoffen im Gehirn (Serotonin, Dopamin) werden mit zu den möglichen Ursachen gezählt. Bei der Entstehung von Zwangsstörungen spielen somit mehrere Faktoren eine Rolle, wie z.B.


•    Vererbung

•    Neurobiologische Faktoren

•    Erziehungsstile

•    Prägende Ereignisse in der Lebensgeschichte

•    Persönlichkeitseigenschaften


Welche Beschwerden treten bei einer Zwangsstörung auf?

Betroffene leiden häufig unter einen inneren Drang, Dinge zu denken oder zu erledigen, die sie im Normalfall als unsinnig oder übertrieben beschreiben würden. Ein Versuch sich gegen diesen Drang zu stellen, führt häufig in einen Teufelskreis, sodass diese Gedanken an Zunahme gewinnen und sich die Symptomatik verstärkt. Betroffene leiden unter extremer Unruhe, Anspannung oder Ekel, ausgelöst durch belastende Gedanken sowie Befürchtungen, die immer wieder ins Bewusstsein gedrängt werden. Insgeheim wissen sie, dass diese Art der Gedanken und Befürchtungen unsinnig oder gar übertrieben sind, jedoch lässt sich das Gefühl der Bedrohung nicht beruhigen. Eine Reduzierung kann durch ritualisiertes Gegensteuern oder gedankliche Rituale ermöglicht werden.


Wie verläuft die Psychotherapie bei Zwangsstörungen?

Bei der Therapie von Zwangsstörungen ist ein zentraler Teil das Erlernen und Einüben von Fertigkeiten, die Betroffenen helfen unangenehme Gefühlszustände zu bewältigen. Eine Therapie ist immer individuell an die betroffene Person angepasst und richtet sich nach Schwere und Art der Störung. Betroffene werden unter Anleitung an Situationen herangeführt, die Zwänge auslösen können und setzen sich dabei schrittweise den Reizen oder Situationen aus. Durch das Wiederholen solcher Übungen gewinnen Betroffene von Mal zu Mal mehr Sicherheit. Häufig wird die Wiederholung unter alltagsnahen Bedingungen (Heimexpositionen) empfohlen, in derer Folge die unangenehmen Gefühle und Empfindungen immer weniger auftreten. Ein solches Verfahren ist für viele Betroffene zu Anfang belastend oder unvorstellbar, jedoch stellen Expositionen unter fachgerechter Anleitung die Behandlungsform dar, die bis heute mit Abstand am wirksamsten ist.

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