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PTBS (Posttraumatische Belastungsstörung)

Wenn Erinnerungen immer wiederkehren, kann es sein, dass Sie an einer Posttraumatischen Belastungsstörung leiden. Wie diese entsteht und was die Ursachen hierfür sind, erfahren Sie in diesem Beitrag.


Mann, der auf der Straße sitzt, traurig ist und seinen Kopf senkt.
Was bedeutet Posttraumatische Belastungsstörung?

Eine Posttraumatische Belastungsstörung (PTBS) ist eine ernst zu nehmende psychische Erkrankung als Folge einer seelischen Verletzung (Trauma), die in jedem Alter auftreten kann. Es gibt viele Erlebnisse, die Menschen aus der Bahn werfen können, sie jedoch mit ihnen trotzdem zurechtkommen. Bei extrem belastenden Ereignissen oder bedrohlichen Situationen kann es dazu kommen, dass Betroffene sich durch diese Ereignisse noch lange verfolgt fühlen und seelisch krank werden. 


Wo liegen mögliche Ursachen einer PTBS und wie entsteht diese?

Mögliche Ursachen für eine Posttraumatische Belastungsstörung können sein:


•    Krieg

•    Gewalt

•    sexueller Missbrauch

•    Naturkatastrophen

•    schwere Krankheiten


Man spricht in diesem Zusammenhang auch von einem traumatischen Erlebnis oder Trauma. Die Verarbeitung solcher Trauma sind häufig schwer und für Betroffene sehr belastend. Betroffen können sowohl Personen sein, die eine traumatische Situation selber erlebt haben oder „nur“ Beobachter waren. Beispielsweise können Zeug*innen von schlimmen Unfällen an einer PTBS erkranken.


Wie macht sich eine PTBS bemerkbar?

Pro Jahr sind rund 2 bis 3 von 100 Menschen in Deutschland betroffen.

Es gibt unterschiedliche Anzeichen, die entweder direkt nach einem belastenden Ereignis oder erst Wochen oder Monate später auftreten. Merkmale können sein:


•    Belastende Gedanken und Erinnerungen, die den/die Betroffene nicht loslassen

•    Vermeidung von Orten und Gefühlen, die Erinnerung wachrufen könnten

•    Zurückgezogenheit und Teilnahmslosigkeit

•    Anspannung und Nervosität 


Es ist häufig der Fall, dass zudem Angst, Panik, Depressionen oder eine Sucht eine Posttraumatische Belastungsstörung begleiten. Symptome treten in der Regel direkt nach einem belastenden Ereignis, können sich aber auch erst Wochen oder Monate später bemerkbar machen. Direkte Symptome sind Anzeichen für eine akute Belastungsreaktion, die sich häufig in Angst, Hilflosigkeit und Kontrollverlust äußert.


Wie wird eine PTBS diagnostiziert?

In einer Psychotherapie wird zuerst die Krankheitsgeschichte der betroffenen Person erfragt sowie nach Symptomen geschaut, die durch ein besonders belastendes Ereignis in der Vergangenheit ausgelöst wurden. Durch gezielte Fragestellungen wird festgestellt, ob eine Posttraumatische Belastungsstörung (PTBS) zuverlässig diagnostiziert werden kann oder es sich hierbei um eine andere psychische Störung handelt. Für die Erfassung von Symptomen einer PTBS werden häufig Fragebögen verwendet, die dem/der Therapeut*in Aufschluss über die Ursache und Schwere der PTBS gibt.


Ist es möglich eine PTBS zu heilen?

Etwa 30 von 100 Betroffene sind nach rund einem Jahr beschwerdefrei, nachdem Sie eine Psychotherapie in Anspruch genommen haben. 

In einer Psychotherapie lernen Betroffene sich den belastenden Situationen zu stellen und sich daran zu „gewöhnen“, sodass Symptome mit der Zeit abnehmen. Die sogenannte EMDR-Methode (Eye Movement Desensitization and Reprocessing) ist eine hier häufig angewendete Methode in der Verhaltenstherapie. Das zentrale Element hierbei ist eine geleitete Augenbewegung durch den/die Therapeut*in, bei der Betroffene dessen Finger mit den Augen folgen. Währenddessen denkt der/die Patient*in an das auslösende Ereignis und stimuliert so sein/ihr Gehirn um das Erlebte zu verarbeiten. Das Ziel ist es, belastende Erinnerungen an erlebte Situationen zu verarbeiten.

Eine ergänzende Behandlungsmöglichkeit ist die Unterstützung durch den individuell abgestimmten Einsatz von Psychopharmaka (Medikamente). 


Wie kann ich als Angehörige/r unterstützen?

Bei einer PTBS spielt die emotionale Unterstützung von Familie, Freunden oder dem/der Partner*in eine wichtige Rolle. Für Betroffene ist es vor allem wichtig, dass sie über das Erlebte sprechen können und emotional unterstützt werden. Es ist wichtig, dass Betroffene sich schnellstmöglich Hilfe in Form einer Psychotherapie suchen. Hilfreich kann es außerdem sein, an einer Selbsthilfegruppe teilzunehmen und sich mit anderen Betroffenen auszutauschen.

Angehörige sollten sich Zeit nehmen und der betroffenen Person zuhören, mit ihr über das belastende Ereignis sprechen und die Erkrankung vor allem ernst nehmen. Unterstützung bei der Therapieplatzsuche kann Betroffene entlasten und eine Sicherheit vermitteln, dass sie mit ihrer Situation nicht alleine sind.

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