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Die größten Vorurteile über Psychotherapeut:innen.

Vorurteile gegenüber Psychotherapeut:innen sind vielfältig.

Sie werden oft als „Seelenklempner“ oder „Öko-Freaks“ bezeichnet.

„Die haben doch selber alle einen an der Waffel.“ oder „Sind das nicht die, die neben dir auf der Couch sitzen?“ gehören zu den größten Vorurteilen gegenüber Psychotherapeut:innen.

Wir möchten mit den für uns größten und besonders hartnäckigsten Vorurteilen aufräumen.




Psychotherapeuten haben selbst eine an der Waffel


Uns Psychotherapeut:innen wird häufig nachgesagt, dass wir einen Knacks in der Schüssel haben oder selber mit psychischen Problemen oder Krankheiten leben.

Eine schwere Kindheit, seelische Traumata oder Schicksalsschläge sehen viele als Gründe für die Berufswahl.

Das Mysterium „Psychotherapeut:in“ ist groß und kommt wahrscheinlich daher, dass viele Menschen die Berufswahl des/der Psychotherapeut:in nicht nachvollziehen können. Ist es nicht naheliegend, diesen Beruf zu wählen, um sich selbst zu heilen?

Zusammengefasst: Es kann zutreffen, muss aber nicht.

Viel wichtiger ist ja die Frage: „Werde ich zu einem/einer schlechteren oder besseren Therapeut:in, nur weil ich selber an gewissen Themen arbeite?“

Das Pondon hierzu wäre die Frage: „Ist ein Allgemeinmediziner ein schlechterer Arzt, wenn er selbst an Diabetes erkrankt ist?“

Nur weil ein/e Psychotherapeut:in über das Wissen verfügt, wie sich z.B. ein Burn-Out-Syndrom anfühlt, bedeutet dies nicht, dass er/sie dadurch anderen Betroffenen schlechter helfen kann. Es kann genauso sein, dass er/sie ein besserer Ansprechpartner ist, weil er/sie weiß, wie sich der/die Betroffene fühlt und was hier wirklich hilft.


Junge Psychotherapeuten haben keinen Plan vom Leben


Junge Psychotherapeut:innen begegnen ziemlich schnell dem Vorurteil, dass sie doch von Tuten und Blasen keine Ahnung hätten.

Ganz nach dem Motto: „Der/Die ist doch noch viel zu Jung, um überhaupt zu wissen, wie das Leben funktioniert. Wie will der/die mir ohne Lebenserfahrung schon helfen können?“

Bei diesem Vorurteil wird das Alter zum Kriterium und die Kompetenz junger Psychotherapeut:innen somit in Frage gestellt. Sollte das Alter eines Menschen darüber entscheiden, wie vertrauenswürdig, kompetent und fähig er ist, den Beruf als Psychotherapeut:in auszuüben?

Wir sind der Meinung, dass dieses Vorurteil nicht zutrifft, denn Lebenserfahrung und das Alter sind keine Voraussetzungen dafür, etwas auf dem Kasten zu haben und in seinem Job kompetent zu sein.

Ist in der Psychotherapie nicht die innere Reife des/der Therapeut:in viel entscheidender? Unsicherheit bei Psychotherapeut:innen ist keine Frage des Alters oder der Erfahrung – es gibt sie gleichermaßen bei Alt und Jung.


Psychotherapeuten sind doch die, die neben der Couch sitzen


Das typische Bild von einer Psychotherapiestunde, bei der der/die Patient:in auf der Couch liegt und der/die Psychotherapeut:in sich Notizen machen, kennt jeder. Hier müssen wir tatsächlich sehr schmunzeln.

Dieses Vorurteil ist immer wieder sehr amüsant. Wenn wir uns die Geschichte der Psychotherapie ansehen, geht es auf die Psychoanalyse nach Siegmund Freud zurück. Die meisten denken in diesem Fall an das Bild eines bärtigen, älteren Mannes mit Brille, der neben oder hinter dem/der Patient:in sitzt und sich Notizen macht. Der/Die Patient:in klagt währenddessen, liegend auf einem älteren Ledersofa, über sein Leid.

In der ein oder anderen Praxis steht heutzutage sicherlich eine Couch, jedoch sind die Zeiten, in dessen man sich auf diese hingelegt hat, bereits lange vorbei. Heute begegnen sich Patient:in und Therapeut:in auf Augenhöhe, in dem sie sich gegenübersitzen. Manchmal kommt es sogar vor, dass der/die Therapeut:in am Flipchart steht und Ihnen skizzenhaft versucht etwas bildlich darzustellen.


Fazit


Es gibt noch diverse weitere Vorurteile gegenüber Psychotherapeut:innen.

Wir können dazu nur sagen: Solche Klischees über sogenannte „Psycho“-Berufe sind allgegenwärtig. Über viele Vorurteile können wir als Psychotherapeut:innen lachen, manche jedoch sind nervig und werfen ein falsches Bild auf den Beruf und die damit verbundene Aufgabe. Der Spaß hört bekanntlich immer dann auf, wenn Menschen solchen Vorurteilen Glauben schenken und diese mit den Tatsachen verwechseln. Sie sorgen dafür, dass unser Beruf, der mit viel Verantwortung einhergeht, entwertet oder als lächerlich und unnötig dargestellt wird. Die Berufsgruppe sowie Patient:innen, die psychotherapeutische Hilfen in Anspruch nehmen, werden stigmatisiert und die Scham über psychische Probleme zu sprechen wird größer.


Psychotherapeut:innen sind wie wir alle: Menschen mit Ecken und Kanten.


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