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Depression

Leben mit Depressionen.

In diesem Beitrag erfahren Sie mehr rund um das Thema Depressionen.


Was genau ist eine Depression?

Die meisten Menschen kennen Tage, an denen sie sich niedergeschlagen und antriebslos fühlen. Die Ursachen hierfür sind vielfältig und reichen von Ärger im Beruf bis zu schlechtem Wetter. Umgangssprachlich bezeichnen viele diesen Zustand als „deprimiert“, wobei dieser Zustand zum alltäglichen Leben oftmals dazu gehört und in den meisten Fällen auch von allein wieder vergeht. Sollte dies nicht der Fall sein und diese Stimmung zum Dauerzustand werden, die den Alltag beeinträchtigt, kann eine psychische Erkrankung vorliegen – die Depression.

Die Depression ist eine weit verbreitete psychische Krankheit und kann in jedem Alter und jeder Lebenssituation auftreten.



Hand am Fenster

Mit Schminke verschmierte Frau mit einem Blatt auf dem ein lächelnder Mund gemalt ist.

Was sind mögliche Auslöser für eine Depression?

Unterschiedliche Faktoren können eine Depression auslösen, hierzu zählen:


•    Trennung oder Tod von nahen Angehörigen und Freunden

•    Arbeitslosigkeit

•    hoher Leistungsdruck

•    soziale Isolation

•    chronische Krankheiten (Krebs, Schmerzerkrankungen, Demenz)

•    hormonelle Veränderungen im Wochenbett und in den Wechseljahren

•    Medikamente


Ob Menschen an einer Depression erkranken, ist abhängig von deren Persönlichkeit, Genetik sowie der psychischen Resilienz (Widerstandsfähigkeit). Weitere Faktoren, die hierbei eine Rolle spielen sind familiäre und gesellschaftliche Rahmenbedingungen und unterschiedliche Arbeits- sowie Umweltbedingungen. Eine Depression kann durch belastende oder einschneidende Lebensumstände verstärkt werden.


Wie genau entsteht eine Depression?

Es ist bisher nicht eindeutig geklärt, wie eine Depression entsteht und wo die Ursachen liegen. Es wird jedoch davon ausgegangen, dass unterschiedliche Ursachen hierbei eine Rolle spielen und die Krankheit auslösen.

Das Risiko einer Depression wird durch körperliche und psychische Umstände erhöh. Diese werden als Risikofaktoren bezeichnet. Hierzu zählen:


•    Depressive Erkrankungen von Familienmitglieder 

•    körperliche Erkrankungen (Adipositas, Stoffwechselstörungen, Infektionen, chronische Erkrankungen)

•    hormonelle Umstellungen (Pubertät, Schwangerschaft, Wochenbett, Wechseljahre)

•    psychische Störungen (z.B. Angststörungen)

•    Traumata (Missbrauch, Misshandlungen, Vernachlässigung, Krieg, Verluste in der Kindheit)

•    Einsamkeit

•    Belastende Lebensereignisse (Trennungen, berufliche Enttäuschungen, schwerwiegende Diagnosen, Todesfälle)

•    Lebensgewohnheiten (Ernährung, Rauchen, Bewegungsmangel)



Nachdenkliche Frau sitz am See auf einem Steg.

Kann man eine Depression vorbeugen?

Es gibt einige Schutzfaktoren, die das Risiko einer Depression vorbeugen. Hierbei geht es vor allem um gesunde Lebensgewohnheiten sowie ein unterstützendes Umfeld (Familie und Freunde).

Schutzfaktoren können sein:


-    Stress minimieren bzw. abbauen

-    Sich Zeit für Entspannung nehmen

-    Regelmäßigen Sport und Bewegung in den Alltag integrieren


Wie bemerke ich, dass ich möglicherweise eine Depression habe?

Eine Depression ist durch mehrere Hauptsymptome gekennzeichnet. Die häufigsten Symptome sind vor allem Antriebslosigkeit, der Verlust von Freude und eine dauerhaft gedrückte Stimmung. Betroffene Personen sind häufig weniger aktiv als zuvor und ziehen sich zurück. Sie haben Schwierigkeiten sich aufzuraffen und alltägliche Dinge zu erledigen und haben oftmals das Gefühl der Hoffnungslosigkeit und Sorge um die Zukunft.

Weitere Symptome können sein:


•    Sozialer Rückzug

•    Gefühl von Hoffnungslosigkeit

•    Gefühl der Überforderung

•    Gefühl der Gefühllosigkeit– Empfinden innerer Leere

•    Ängste

•    innere Unruhe

•    Ausgeprägte Sorge um die Zukunft

•    Ausgeprägtes Grübeln

•    geringes Selbstwertgefühl

•    Minderwertigkeitsgefühle

•    Schuldgefühle

•    Interessenverlust an Dingen / Tätigkeiten, die zuvor Freude gemacht haben


Welche körperlichen Beschwerden können ein Hinweis auf eine Depression sein?

In den meisten Fällen wird eine Depression von körperlichen Symptomen begleitet, hierzu zählen:


•    extreme Müdigkeit

•    Energielosigkeit

•    Schlafstörungen oder stark erhöhtes Schlafbedürfnis

•    Appetitstörungen (Magendruck, Gewichtsverlust, Verdauungsprobleme)

•    Kopfschmerzen, Rückenschmerzen oder plötzlich einschießende Schmerzen

•    Druckgefühl in Hals und Brust

•    Beengtheit im Hals

•    Atemnot oder Herz-Kreislauf-Störungen

•    Schwindelgefühle

•    Sehstörungen

•    Flimmern vor den Augen

•    Muskelverspannungen

•    Verlust des sexuellen Interesses

•    Ausbleiben der Monatsblutung

•    Impotenz

•    sexuelle Funktionsstörungen


Wie wird eine Depression festgestellt?

Die Diagnose einer Depression erfolgt in der Regel durch ein ärztliches oder psychotherapeutisches Gespräch, in dem dem/der Patient*in unterschiedliche Fragen gestellt werden.

Viele Betroffene können nur schwer über ihr seelisches Empfinden sprechen, weshalb die Feststellung einer Depression sich nicht immer einfach gestaltet. Oftmals können Betroffene ihre Probleme nicht einordnen und führen diese auf körperliche Erkrankungen zurück.

Ein „Zwei-Fragen-Test“ kann erste Hinweise auf eine Depression liefern:


1.    Haben Sie in den letzten Monaten häufig das Gefühl gehabt, niedergeschlagen, traurig oder hoffnungslos zu sein?

2.    Haben Sie das Gefühl, Sie hatten in den vergangenen Monaten weniger Lust und Freunde an Dingen, die Sie sonst gerne getan haben?


Sollten diese Fragen mit einem „Ja“ beantwortet werden, kann dies ein Hinweis auf eine Depression sein. Der Schweregrad einer Depression lässt sich anhand Anzahl und Stärke der Beschwerden einordnen, bei dem man in leichte, mittelgradige und schwere Depression unterscheidet. Der Schweregrad einer Depression ist entscheidend für den Behandlungsansatz innerhalb der Therapie.


Verschwindet eine Depression von alleine?

Der Verlauf einer Depression erfolgt in Episoden, die zeitlich begrenzt sind. Manche verschwinden ohne psychotherapeutische Behandlung, die meisten jedoch bleiben. Es kommt vor, dass sich Beschwerden zwar verbessern, jedoch nicht vollständig abklingen. Depressionen können unter anderen in wiederkehrenden depressiven Episoden verlaufen, bei denen die erneuten Episoden kurze Zeit oder erst Jahre später auftreten. Es ist zudem möglich, dass Depressionen chronisch werden. Hier unterscheidet man je nach Schweregrad der Depression in zwei Formen.

Chronische Depression: Die depressive Episode hält länger als zwei Jahre ohne Verbesserung der Symptome an.

Langanhaltende depressive Verstimmung: Die Symptome bestehen über mehr als zwei Jahre, sind jedoch weniger stark ausgeprägt.


Wie wird eine Depression in der Psychotherapie behandelt?

Eine Psychotherapie verfolgt das Ziel die Erkrankung zu erkennen, Beschwerden zu lindern und vorbeugende Schutzmaßnahmen zu erarbeiten. Am Anfang der Behandlung geht es darum zu erfahren, wo die Ursache für die Erkrankung liegt und welche Maßnahmen dabei helfen können, besser mit diesen Problemen umzugehen. Das Ziel der Therapie ist es herauszufinden, wo die Ursachen (Gedanken- und Verhaltensmuster) für die Erkrankung liegen und diese zu verändern.


Studien zeigen eine hohe Wirksamkeit der Psychotherapie in Bezug auf die Behandlung von Depressionen. Bei rund 80 % der behandelten Personen wurde eine Verbesserung des Gesundheitszustandes festgestellt. 

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