AD(H)S-Diagnostik
ADHS (Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung) ist eine neurobiologische Entwicklungsstörung, die sich durch Symptome wie Unaufmerksamkeit, Impulsivität und Hyperaktivität äußern kann – bei Kindern ebenso wie bei Erwachsenen. Da die Ausprägungen sehr unterschiedlich sein können und oft mit anderen psychischen oder körperlichen Problemen verwechselt werden, ist eine fundierte Diagnostik entscheidend. Sie hilft dabei, Klarheit zu schaffen, den Alltag besser zu verstehen und geeignete Behandlungsschritte einzuleiten. Die ADHS-Diagnostik umfasst eine ausführliche Anamnese, standardisierte Fragebögen, Verhaltensbeobachtungen sowie gegebenenfalls neuropsychologische Testverfahren. Ziel ist es, nicht nur die Symptome zu erfassen, sondern auch ihre Auswirkungen im Alltag und im sozialen Umfeld. Eine gut durchgeführte Diagnostik ist somit der Schlüssel zu mehr Selbstverständnis und zur Entwicklung individueller Unterstützungsstrategien.
Symptome bei Erwachsenen
Im Erwachsenenalter zeigen sich die Symptome von AD(H)S häufig anders als im Kindesalter. Insbesondere die Hyperaktivität nimmt oft ab oder tritt weniger stark auf, während die Unaufmerksamkeit und Impulsivität weiterhin eine Rolle spielen. Hier sind einige typische Merkmale von AD(H)S bei Erwachsenen:
Erwachsene mit AD(H)S haben häufig Schwierigkeiten, sich auf eine Aufgabe zu konzentrieren, besonders wenn diese Aufgaben monoton oder uninteressant sind. Sie können leicht abgelenkt werden, vergessen oft Dinge oder verlieren den Fokus, was zu Problemen im Berufsleben oder bei alltäglichen Aufgaben führen kann.
Die Schwierigkeiten, Aufgaben zu planen, Prioritäten zu setzen und Fristen einzuhalten, bleiben häufig auch im Erwachsenenalter bestehen. Betroffene haben oft Schwierigkeiten, den Überblick zu behalten, was sowohl bei der Arbeit als auch im Privatleben zu Stress führen kann.
Impulsives Verhalten zeigt sich oft in schnellen Entscheidungen ohne langfristige Überlegung, was zu problematischen finanziellen Entscheidungen oder zwischenmenschlichen Konflikten führen kann. Es fällt Erwachsenen mit AD(H)S auch oft schwer, Geduld zu zeigen und in sozialen Situationen ruhig abzuwarten.
Erwachsene mit AD(H)S erleben oft Schwierigkeiten in Beziehungen aufgrund ihrer Unaufmerksamkeit, Impulsivität und Schwierigkeiten, Emotionen zu regulieren. Auch die Tendenz, Gespräche zu unterbrechen oder sich nicht genug auf den Partner zu konzentrieren, kann zu Missverständnissen und Konflikten führen.
Eine geringe Frustrationstoleranz oder plötzliche Stimmungsschwankungen können bei Erwachsenen mit AD(H)S ausgeprägter sein. Sie reagieren häufig impulsiv auf Stress oder Enttäuschungen, was ihre Fähigkeit zur Bewältigung von Problemen im Alltag einschränken kann.
Kann AD(H)S auch im Erwachsenenalter bestehen bleiben?
Ja, AD(H)S kann im Erwachsenenalter bestehen bleiben. Oft wird die Diagnose AD(H)S bereits im Kindesalter gestellt, da die Symptome (wie Unaufmerksamkeit, Impulsivität und Hyperaktivität) dort am auffälligsten sind. Es ist jedoch auch möglich, dass AD(H)S erst im Erwachsenenalter diagnostiziert wird, insbesondere wenn die Symptome weniger offensichtlich oder in anderen Formen auftreten.
AD(H)S wird mit Unterschieden in der Struktur und Funktion des Gehirns in Verbindung gebracht, insbesondere im präfrontalen Kortex, der für die Steuerung von Aufmerksamkeit, Impulsivität und der Fähigkeit zur Planung verantwortlich ist. Bei Menschen mit AD(H)S wurden beispielsweise häufig abweichende Aktivitäten in Bereichen des Gehirns festgestellt, die für die Selbstregulation und die Verarbeitung von Belohnung verantwortlich sind. Diese neurobiologischen Unterschiede können dazu führen, dass Betroffene Schwierigkeiten haben, ihre Aufmerksamkeit zu fokussieren oder impulsive Handlungen zu kontrollieren.
Obwohl genetische Faktoren eine entscheidende Rolle spielen, können auch Umweltfaktoren das Risiko für AD(H)S beeinflussen. Beispielsweise haben Untersuchungen gezeigt, dass Schwangerschafts- und Geburtskomplikationen, wie eine Frühgeburt, niedriges Geburtsgewicht oder eine unzureichende Sauerstoffversorgung des Kindes, das Risiko erhöhen können. Zudem können Alkohol- oder Drogenkonsum der Mutter während der Schwangerschaft das Risiko für AD(H)S erhöhen. Auch die frühe Kindheit kann eine Rolle spielen: Stress, ungünstige familiäre Verhältnisse oder traumatische Erfahrungen können bei der Entwicklung von AD(H)S eine Rolle spielen, wenngleich diese Faktoren in der Regel nicht die alleinige Ursache sind.
In einigen Fällen wird angenommen, dass bestimmte Ernährungsfaktoren und Umweltgifte die Symptome von AD(H)S verstärken können. Beispielsweise zeigen manche Studien, dass ein hoher Zuckerkonsum oder das Fehlen bestimmter Nährstoffe wie Omega-3-Fettsäuren in der Ernährung mit einer Verschärfung der Symptome verbunden sein könnte. Auch die Exposition gegenüber Umweltgiften, wie z. B. Blei, wird mit einer erhöhten Wahrscheinlichkeit für die Entwicklung von AD(H)S in Verbindung gebracht.
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